Vergesst die Zipperlein!

Älter werden wir alle, das ist ein Fakt. Doch wie wir das Alter gestalten, ist in unserer Verantwortung.

Von Jugend an werden wir auf das Alter vorbereitet, das heißt auch, dass wir unser Verhalten entsprechend ausrichten: Man wird „gesetzter“, die Sprache verändert sich und auch oft die Kleidung.

Im alltäglichen Leben nehme ich drei Typen von älteren Mitarbeitern wahr.

Da gibt es den ewig Jugendlichen, der sich sagt, dass er in unserer heutigen Jugendkultur zur Vorsicht in der Dauerpubertät bleibt.

Der zweite ist derjenige, der sich fragt, was noch auf ihn zukommt und ob er alles schafft. Er hat resigniert und ist oft seinem Leben nicht gewachsen. Die Wunden, die er im Leben davontrug, sind nie richtig verheilt. Er sieht fast alles destruktiv und hat ein eher negatives Weltbild. Jeder Tag, an dem er älter wird, kränkt ihn.

Nun zum dritten Typen: Er akzeptiert das Alter nicht als ein Zustand, der unveränderbar ist. Für ihn ist Alter eine Form der Weisheit in einer positiven Haltung. Er weiß, dass unsere Gesellschaft keine Kultur der Weisheit mehr ist, sondern dass wir uns zu einer Kultur des Wissens entwickelt haben. Weise Menschen erkennt man an ihrer Gelassenheit. Sie entwickeln sich weiter, sind aufgeschlossen, kennen ihre Fähigkeiten, sind wissbegierig und auch im Berufsleben aufgeschlossen für Neues.

Natürlich altert der Mensch, auch äußerlich, aber das Lebensgefühl kann lange vital bleiben. Viele glauben immer noch, dass der alternde Mensch schwächer, langsamer und zerbrechlicher wird. Das ist wohl häufig so, muss aber nicht sein. Jeder von uns hat es in der Hand. Denn es sind unsere Gedanken, die uns prägen. Sie bestimmen unser Leben. Wie der Mensch denkt, so lebt er auch. „Du bist heute das Produkt Deiner Gedanken von gestern.“ Das sagte schon Buddha vor über 2000 Jahren.

Ende der 80er-Jahre des letzten Jahrhunderts wies der Personalrat eines Ministeriums in Bonn darauf hin, dass man es Mitarbeitern, die über 50 Jahre alt sind, nicht zumuten kann, neue EDV-Programme zu erlernen. Glücklicherweise hat sich diese Einstellung zum Alter im Laufe der Jahrzehnte verändert. Ältere Mitarbeiter sind genauso wie die jungen Kollegen in der Lage, neue Programme usw. zu erlernen, wenn sie es wollen. Natürlich muss man, wenn man älter wird, etwas tun, um auch geistig und körperlich fit zu bleiben.

Bei Dr. Ulrich Strunz, Internist, Buchautor und ehemaliger Triathlet, fand ich einen Brief, den ein Förster an ihn schrieb: „Ich habe noch nie gelesen oder selber gesehen, dass ein uraltes Reh im Wald langsamer flüchtet als ein junges, niemand würde danach das Alter eines Rehs bestimmen wollen. Bei anderen Tieren ist es genauso.“ Was heißt das? Bewegung ist keine Frage des Alters, sondern der inneren Einstellung.

Um weiter bei Ulrich Strunz zu bleiben: Er bezieht sich auf Prof. Ulf Eysel, Uni Bochum, der erforschte, dass das menschliche Gehirn den Alterungsprozess nicht nur stoppen, sondern sogar umdrehen kann.

Super – legen wir los! Den Alterungsprozess stoppen können Sie mit einer entsprechenden Ernährung, Ihrer mentalen Einstellung und ausreichend Bewegung. Wir Menschen sind von Natur aus nicht nur Sammler, wie man immer hört, sondern auch Beweger.

Ein französischer Sportmediziner hat auf einer Fahrradmesse in einem Vortrag lächelnd formuliert. „Wenn sich der Körper nicht bewegt, denkt sich das Gehirn, der Mensch möchte sterben – und schaltet auf ein anderes Programm um.“ Dem sollte man auf jeden Fall entgegenwirken!

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