Aufschieben macht krank

Die überlieferte Lebensweisheit ist eindeutig: „Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.“ Ist man bisher davon ausgegangen, dass sich diese Verhaltensweise nur auf den ständig wachsenden Berg von Arbeit auswirkt, weiß man mittlerweile, dass die Unart, vor allem unangenehme Dinge nicht sofort zu erledigen, sogar krank macht. Zu dieser Erkenntnis sind jedenfalls die Forscher der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Mainz gekommen. Das „Morgen ist auch noch ein Tag“-Vorgehen, für das es sogar einen wissenschaftlichen Begriff gibt – nämlich: Prokrastination, ist häufig mit Stress, Depression, Angst, Einsamkeit und Erschöpfung verbunden.

Ganz klar, wenn der Berg an Arbeit wächst, dann ist das häufig mit Stress verbunden. Und dass es die Seele belastet, wenn man unangenehme Entscheidungen im Job oder im Privatleben vor sich herschiebt, ist auch nachvollziehbar. Aus Angst und Depression resultieren dann Schlaflosigkeit und Erschöpfung. Zusammenfassend stellen die Wissenschaftler fest, dass so die Lebenszufriedenheit deutlich verringert wird. Und deshalb bestehe Handlungsbedarf.

Soweit die Krankheitssymptome berufsbedingt sind, kann ein individuelles Coaching da oft schon hilfreich sein. Es gibt Verhaltensmechanismen, die fehlende Tatkraft und damit einhergehende Entscheidungsunfähigkeit beseitigen oder zumindest reduzieren können. Auch Überforderungen und Versagensängste lassen sich mit professioneller Unterstützung abbauen.

Manchmal hilft aber auch schon ein ganz schlichtes Aufraffen, sich nicht hängenzulassen. Die „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“-Haltung ist oft nur reine Bequemlichkeit. Na, wie sieht es mit Ihren guten Vorsätzen für das neue Jahr aus? Das wäre doch was.

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