Mein Stuhl macht mich krank!

Nein, Ihr Stuhl kann in der Regel nichts dafür. Es sei denn, es ist einer, der Rückenmuskulatur und Wirbelsäule schädigt. Soll es ja immer noch geben. Das generelle Problem aber ist, dass wir viel zu häufig und viel zu lang sitzen. Es ist unstrittig, weil wissenschaftlich bewiesen, dass Inaktivität krank macht, mitverantwortlich ist für Herzleiden, Diabetes, Brust- und Darmkrebs. Ich würde jetzt nicht so weit gehen wie der Arzt, Autor und Ausdauersportler Dr. Ulrich Strunz, der behauptet, wer sich hinsetzt, schaltet ein Krankheits- und Todesprogramm ein. Okay, Übertreiben dient der Verdeutlichung. Mein Stuhl macht mich krank, wenn ich ihn so gut wie gar nicht verlasse. Einverstanden.

Dabei gibt es auch im Büroalltag viele Möglichkeiten, sich zu bewegen. Statt den Kollegen im Nebenzimmer anzurufen, einfach mal rübergehen – und den Fall direkt klären. Oder: Statt eine Mail an die Personalabteilung im anderen Stockwerk schicken, mal aufstehen, Treppen steigen – und die gewünschte Unterlage persönlich abgeben. Mitdenkende Unternehmer haben mittlerweile in den Büros Bereiche mit Stehtischen eingerichtet, wo Mitarbeiter sich zu kurzen Meetings treffen oder einfach nur einen Kaffee trinken können. Es kann auch ein Wasser sein.

In der Mittagspause sollte niemand an seinem Schreibtisch hocken bleiben – und still sein mitgebrachtes Butterbrot in sich reinmümmeln. Auch hier gilt das Motto der Kölsch-Rocker BAP: „Arsch huh!“ Und raus in den Park. Die Straße tut es auch.

Der Angriff auf die Gesundheit fängt in vielen Fällen schon vor Dienstantritt an und geht nach Feierabend weiter. Ich meine die An- und die Abfahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr. Die Menschen kauern auf unbequemen Bänken und krümmen sich über ihr Smartphone. Gesünder ist es, 20 Minuten in der Bahn zu stehen und munter aus dem Fenster zu gucken.

Wissenschaftler haben ermittelt, dass im Jahr 2008 von 57 Millionen Todesfällen weltweit etwa 5,3 Millionen auf mangelnde körperliche Aktivität zurückzuführen waren. Diese drastischen Zahlen sollten uns veranlassen, auf unsere Körperhaltung zu achten: lieber Stehen als Sitzen; lieber Gehen als Liegen. Und so ganz nebenbei ergibt sich noch etwas: Menschen, die sich viel bewegen, haben in der Regel bessere Laune. Und Sie wollen doch nicht, dass man Sie für einen Miesepeter hält!

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