Länger gesund arbeiten können

Die Zahlen sind eindeutig: Immer mehr Menschen beziehen Rente, immer weniger zahlen in die Rentenkasse ein. Der Generationen-Vertrag hat keine Grundlage mehr, da einerseits die Menschen immer älter, andererseits immer weniger Menschen geboren werden – zumindest in Deutschland. Die Politik ist mit der Lösung dieses Problems überfordert. Der parteiübergreifende Vorschlag, dass die Menschen doch einfach nur länger zu arbeiten bräuchten, hat etwas Hilfloses und Absurdes.

Hilflos und absurd, weil die reale Arbeitswelt anders aussieht. Ältere Menschen finden nach wie vor keinen neuen Job. Und wenn sie noch einen haben, ist er in vielen Fällen ab dem 60. Lebensjahr gefährdet. In vielen Branchen ist es die große Ausnahme geworden, wenn Frauen und Männer mit 65 Jahren überhaupt noch im Beruf sind. Geschweige denn mit 67 Jahren oder älter.

Dabei ist der Vorschlag, länger zu arbeiten, an sich nicht falsch und hätte sogar – betriebswirtschaftlich betrachtet – durchaus Vorteile. Unternehmen könnten länger als bisher Kompetenz und Fachwissen der Mitarbeiter ausnutzen. Viele Arbeitnehmer würden sich eine Weiterbeschäftigung sogar wünschen – wenn man sie denn ließe. Jüngste Umfragen gehen von rund 50 Prozent aus.

Natürlich gibt es in diesen Fällen zuweilen auch altersbedingte Schwächen. Doch häufig können diese bereits durch kleinste Maßnahmen geregelt werden. Experten gehen davon aus, dass eine gute ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes die meisten im Alter auftretenden Defizite kompensieren kann.

Bei der anderen Hälfte gibt es allerdings oft gute Gründe, warum man nicht verlängern will. Viele sind physisch und psychisch verschlissen. Der Beruf hat ihnen über Jahrzehnte zu viel abverlangt.

Doch auch in diesen Fällen gibt es Möglichkeiten, um beschäftigungsfähig zu bleiben. Zum Beispiel durch einen Tätigkeits- oder Berufswechsel. Ein Maurer hat vielleicht noch Freude an einer sitzenden Tätigkeit. Oder ein Außendienstmitarbeiter an einer Arbeit, die frei vom Verkaufsstress ist.

Um älteren Menschen die Weiterarbeit zu ermöglichen, braucht es allerdings immer Arbeitgeber, die die Notwendigkeit der dazu erforderlichen Maßnahmen einsehen und einleiten. Und: Es ist ein angstfreies Arbeitsklima erforderlich. Wer zugibt, dass er altersbedingt etwas ändern will, darf nicht sofort als nicht mehr leistungsfähig und –willig eingestuft werden.

Kluge Unternehmer wissen um das Potenzial von älteren Mitarbeitern. Sie bieten ihnen sogar eine Beratung an, um herauszufinden, wie man sie am sinnvollsten einsetzen kann – zum Wohle des Arbeitnehmers, des Betriebs und der Rentenkasse.

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