Mehr Achtsamkeit macht zufriedener

Wir kennen das alle. Man huscht auf dem Weg ins Büro an Hunderten von Menschen vorbei über die Straße. Die Fokussierung auf das Ziel sorgt dafür, dass die Umwelt nicht wahrgenommen wird. Andere Situation: Man hat sich im Büro fürchterlich über den Chef aufgeregt, vor den Mitarbeitern unterdrückt man allerdings dieses negative Gefühl – ein Lächeln täuscht Freude vor, die in diesem Moment überhaupt nicht empfunden wird. Beide Verhaltensweisen führen zur emotionalen Erschöpfung.

Mehr Achtsamkeit macht zufriedener – im Privatleben, aber auch im Beruf. Zu dieser Erkenntnis kommt ein Forscherinnenteam um die Psychologin Ute Hülsheger aus Maastricht.

Doch was ist Achtsamkeit? Für die Forscherinnen ist Achtsamkeit eine Form der bewussten Wahrnehmung, bei der man sich auf die Dinge konzentriert, die jetzt gerade geschehen und diese nicht bewertet.

Das heißt, man soll im Hier und Jetzt leben und die Gedanken und Gefühle darauf konzentrieren. Und man soll all das objektiv betrachten, ohne es gleich positiv oder negativ zu urteilen.

Nun, die Erfolgsmenschen von heute wurden anders erzogen. Oder soll ich sagen: gedrillt. Wenn die Ereignisse der Gegenwart mich nicht weiterbringen, mich vielleicht sogar langweilen, dann klinke ich mich aus und konzentriere mich schon mal auf das nächste Meeting. Und: Viele sind gewohnt, Situationen schnell zu erfassen und zu analysieren. Sie müssen Vorgänge schnell bewerten – positiv oder negativ.

Sie sehen, so einfach ist es mit der Achtsamkeit nicht. Aber lassen Sie sich nicht entmutigen! Laut Ute Hülsheger kann man sie einüben.

Wann haben Sie zum letzten Mal eine Frucht ganz bewusst wahrgenommen, die Oberfläche ertastet, daran gerochen und sie ganz langsam auf der Zunge zergehen lassen?

Oder Sie trainieren, ein warmes, liebevolles Gefühl zu bewahren. Zunächst versucht man, sich selbst mit ganzer Liebe zu betrachten. Und wenn das gelingt, stellt man sich vor, wie man auch andere Menschen liebevoll sehen könnte. Sie  glauben nicht, was alles geht …

Die Forscherinnen belegen mit mehreren Studien: Je achtsamer der Mensch durch das Leben geht, umso zufriedener ist er. Doch keine Angst: Sie sollen jetzt nicht komplett 24 Stunden verträumt durchs Leben gehen. Laut Ute Hülsheger reichen ein paar Minuten Achtsamkeit am Tag aus, um sich einen Puffer gegen Arbeitsstress zuzulegen.

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