Sie haben gewonnen!

Der Mensch will sich nicht quälen. Und deshalb erliegt er immer wieder mal der Versuchung, es mit Glückspiel statt mit Arbeit zu versuchen.

Dank des Internets haben es die Verlockung so einfach wie noch nie, willige Opfer zu finden. „Sie haben gewonnen“, blinkt es mir entgegen. Wer kann da widerstehen?

Erst beim näheren Hinsehen wird klar, dass die avisierten 500 Euro zwar zur Überweisung bereitstehen, aber dass es keineswegs sicher ist, dass man sie auch erhält. Denn der Gewinn ist zunächst nur eine Gewinnchance, die etliche andere, aber eben auch ich habe. Okay, Lottospielen ist bei einer Gewinnchance von 1:14 Millionen weniger gewinnträchtig. Aber hier geht es ja auch „nur“ um 500 Euro.

Dafür wird man erst einmal erkennungsdienstlich erfasst. Name, Adresse, Geburtstag und -jahr, Handynummer ist bei solchen Aktionen schon fast Standard. In vielen Fällen kommen noch persönliche Gewohnheiten hinzu: Bei welchem Telefondienstanbieter man unter Vertrag ist, ob man Ökoprodukte bevorzugt oder ob man auf SUVs steht. In die nächste Fragerunde kommt man oft nur, wenn sich bereiterklärt, auch in  Zukunft von Umfragen dieser oder ähnlicher Art belästigt zu werden.

Irgendwann bemerkt auch das willigste Opfer, dass ihm die versprochenen 500 Euro nicht etwa überwiesen werden, sondern es sich lediglich um die Verlosung eines Einkaufsgutscheins für eine Lebensmittelkette handelt.

Da versuchen wir es doch lieber mit ehrlicher Arbeit und der Erkenntnis, dass es auch unter diesen Umständen möglich ist, sein Leben positiv und glücklich zu gestalten. Und: Seine Freizeit sollte man dann wohl doch lieber sinnvoller nutzen als stundenlang am Computer dem Glück hinterher zu jagen.

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